Die Preisträger*innen des 39. DOK.fest München

 

Wir freuen uns, Ihnen die Preisträgerfilme des DOK.fest München 2024 vorzustellen und gratulieren allen Gewinner*innen!

In den drei Wettbewerbsreihen DOK.international Main Competition, DOK.deutsch Wettbewerb und DOK.horizonte Competition – Cinema of Urgency konkurrieren die Filme beim 39. Internationalen Dokumentarfilmfestival München um den VIKTOR  die vom Trägerverein des DOK.fest München gestiftete Preisstatue. Darüber hinaus werden 13 weitere hochkarätige Preise verliehen. Insgesamt werden Preisgelder in Höhe von 65.100 Euro vergeben.

VIKTOR DOK.international Main Competition

JOHATSU – INTO THIN AIR
Regie: Andreas Hartmann & Arata Mori 

Die japanischen Night Moving Companies haben sich auf die Kunst des Verschwindens spezialisiert und helfen jenen, die ihr bisheriges Leben hinter sich lassen müssen oder wollen. Bei ihren nächtlichen Missionen orchestrieren sie diskret und effizient den Übergang in eine neue Existenz. Dabei bewegen sie sich oft an der Grenze zur Legalität, denn die Motivationen für das Verschwinden sind vielfältig. Eva Weinmann

Jurybegründung: „Es war keine leichte Aufgabe, aus so vielen beeindruckend erzählten Filmen einen Preisträgerfilm auszuwählen, und wir möchten allen Filmemacher*innen im Wettbewerb zu ihren wichtigen und wirkungsvollen Werken gratulieren. Wir haben uns entschieden, einen Film auszuzeichnen, der uns eine Welt und Thematik näher bringt, die uns bisher unbekannt waren. Ein Film, der uns auf zutiefst einfühlsame und bewegende Weise in diese Welt einführt und uns gleichzeitig mit seiner intimen – aber keineswegs übergriffigen – Kameraführung und der stimmungsvollen Musik auf eine eindringliche filmische Reise mitnimmt. Den Filmemachern ist es gelungen, sehr komplexe Geschichten von Einsamkeit, Verzweiflung und Scham miteinander zu verweben – ohne dabei zu urteilen, mit großem Respekt vor den individuellen menschlichen Erfahrungen. Es ist ein einzigartiger und fein gearbeiteter Film, der uns bewegt und überrascht hat, und wir hoffen, dass er von Zuschauer*innen auf der ganzen Welt gesehen und wertgeschätzt wird. Der VIKTOR in der Reihe Main Competition DOK.international geht an JOHATSU – INTO THIN AIR von Andreas Hartmann und Arata Mori. Herzlichen Glückwunsch!“

Jury: Silvia Finazzi (Internationale Vertriebsbeauftragte _ SALES & BUSINESS DEVELOPMENT, FILMS AND DOCS, RIGHTS MANAGEMENT bei Cinecittà S.p.A.), Ania Trzebiatowska (Programmerin für Spielfilm, Sundance Film Festival) und Ümit Uludağ (Produzent für künstlerische lange Dokumentarfilme, CORSO Film)

Gestiftet vom Bayerischen Rundfunk, dotiert mit 10.000 Euro. Nominiert waren Filme, die ein breites inhaltliches und formales Spektrum aufweisen und sich durch ihre hohe künstlerische Qualität auszeichnen.

VIKTOR DOK.deutsch Wettbewerb

ZWISCHEN UNS GOTT
Regie: Rebecca Hirneise

Rebecca Hirneise kehrt zurück in ihre zutiefst protestantisch geprägte Familie. Bisher wurde hier immer gebetet, nie darüber geredet. Nun ist der Diskurs eröffnet. Unvoreingenommen, ohne zu werten, ergründet die Regisseurin die Glaubensvorstellungen der Familienmitglieder. Die Bandbreite ist groß: Bibeltreue, Gottesfurcht, Beten um Wunderheilung und Nichtglauben. Die Gräben dazwischen sind tief. Ysabel Fantou

Jurybegründung: „Im Kreis reden kann zweierlei meinen: ein Nicht-von-der-Stelle-Kommen ebenso wie die Kommunikation im Stuhlkreis. Auf den Preisträgerfilm trifft beides zu. In einer prozesshaften essayistischen Annäherung begleiten wir die Filmemacherin von Wien nach Süddeutschland, wo sie das Gespräch mit ihrer tiefgläubigen Verwandtschaft sucht: um zu verstehen, einzuordnen und die eigene Agnostik zu hinterfragen und mitzuteilen. Die Glaubensauslegungen erweisen sich als wenig homogen, Traumata und Erzählungen über Verletzungen und Beschädigungen brechen sich Bahn. Verständnissuche und -losigkeit geraten zunehmend in ein Spannungsverhältnis, subjektive Auslegungen und die versuchte filmische Objektivierung drehen sich wortwörtlich im Kreis. Die Suche nach Antworten wird notgedrungen zur Suche nach einer filmischen Form. Je mehr sich die Gesprächspartner*innen entziehen, desto intimer – und ergiebiger – werden die Konstellationen. Das hier prämierte Debüt zeichnet sich durch einen tiefen Respekt gegenüber den Protagonist*innen aus. So schwer es mitunter fällt zuzuschauen bzw. -hören, so sehr die Meinungen divergieren, Aussagen schmerzen und bisweilen ins Fundamentale kippen: Es ist im besten Sinne irritierend, formuliert die Regie doch den Versuch, verstehen zu wollen – ohne die eigene Position aufzugeben oder sie wertend bzw. richtend über die andere zu stellen. Persönlich erzählt, aber universell denkend wird so ein Erfahren möglich, das kaum denkbar scheint, und das uns auch als Publikum bisweilen ungläubig zurücklässt. Der VIKTOR des DOK.deutsch Wettbewerbs 2024 geht an Rebecca Hirneise für ihr Langfilmdebüt ZWISCHEN UNS GOTT. Herzlichen Glückwunsch!“

Jury: Stephanie Fuchs (Sales Manager, Autlook Filmsales GmbH), Leopold Grün (Filmemacher und Pädagoge, VISION KINO) und Sebastian Höglinger (Kurator, Distribution/Text, Ehemalige Leitung Diagonale)

Dotiert mit 7.500 Euro. Nominiert werden Filme, die sich mit Menschen und Themen im deutschsprachigen Raum auseinandersetzen. Preisstifter ist Sky.

VIKTOR DOK.horizonte Competition – Cinema of Urgency

KAMAY
Regie: Ilyas Yourish & Shahrokh Bikaran

Zahra studierte als erste ihrer Familie in Kabul und erforschte die Bedeutung der Kamay-Pflanze als Viehfutter für die Gebirgsbauern Hazarajats. Ihr Suizid trifft die Eltern und Geschwister hart. Trauernd kämpfen sie gegen ein Dickicht von Diskriminierung, Schikanen und Übergriffen um Gerechtigkeit. In ruhigen, poetischen und monumentalen Bildern erzählt KAMAY von einer unbekannten Seite Afghanistans. Silvia Bauer

Jurybegründung: „Wir möchten eine Geschichte auszeichnen, die so noch nie erzählt wurde. Eine Geschichte, die erschütternde Erfahrungen einer Familie und gleichzeitig das Schicksal einer ganzen ethnischen Gruppe beleuchtet. Die Filmemacher führen in KAMAY die Zuschauer*innen behutsam durch die Trauer einer Familie – und legen zugleich die Ursprünge jahrhundertelanger Unterdrückung offen. Die Regisseure, Iyas Yourish und Shahrokh Bikaran, finden eine einzigartige Bildsprache, um die Kultur der Hazara filmisch darzustellen und ihren Stimmen auf einfühlsame und poetische Weise Gehör zu verschaffen. Wir finden es bemerkenswert, wie die Regisseure mit dem sensiblen Thema und ihren Protagonist*innen umgehen und wie mutig sie die Probleme thematisieren, deretwegen die Protagonist*innen keine Gerechtigkeit für ihre Tochter erlangen können. Wir hoffen, dass der Film dazu beitragen wird, das Bewusstsein für die aktuelle Situation in Afghanistan zu schärfen und den Stimmen der Geflüchteten aus der Region mehr Aufmerksamkeit und Raum zu geben. Herzlichen Glückwunsch!“

Jury: Liuying Cao (Co-Gründerin and Head of International Sales von Midnight Blur Films und Parallax Films; Festival-Koordinatorin), Helga Grigoryeva (Freiberufliche Produzentin, Cultural Managerin und Beraterin) und Enikő Gyureskó (Managing Director des Verzió International Human Rights Documentary Film Festival)

Gestiftet von der Petra-Kelly Stiftung, dotiert mit 5.000 Euro. Nominiert waren Filme, die ihr Augenmerk auf Länder mit instabilen Strukturen richten.

FFF-Förderpreis Dokumentarfilm

EXILE NEVER ENDS
Regie: Bahar Bektaş

„Die Sehnsucht nach der eigenen Heimat hört nie auf“, sagt die Filmemacherin Bahar Bektaş. Ihr Bruder sitzt in Deutschland im Gefängnis. Er soll abgeschoben werden und wartet auf die beantragte vorzeitige Überstellung in die Türkei. Und weil das Warten kein Ende zu nehmen scheint, richtet Bahar die Kamera auf ihre alevitisch-kurdische Familie und geht der Frage nach, welche Auswirkung Entwurzelung hat. Ina Borrmann

Jurybegründung: „Es ist selten, dass ein Dokumentarfilm die ganze Komplexität abbildet, die das Exil mit sich bringt. EXILE NEVER ENDS ist eine bemerkenswerte Ausnahme, denn der Film erforscht zwei Arten von Exil: das einer kurdischen Familie, die vor Verfolgung aus der Türkei nach Deutschland floh, und das der beiden Söhne, die ihre Beziehung zu dem Land, in dem sie aufgewachsen sind, in Frage stellen. Der Film thematisiert Generationenkonflikte und die Herausforderungen von Integration – ohne dabei eine eigene Agenda zu verfolgen. Bahar Bektaş erzählt diese vielschichtige, intime Geschichte, zeichnet einfühlsam die komplexen Gefühlslagen ihrer Familienmitglieder nach und taucht auf ganz eigene Weise in die emotionalen und geographischen Räume von Vertreibung und Neuanfang ein. Die Jury entschied sich einstimmig für den Film und würdigt die Sensibilität und Beobachtungsgabe einer sehr talentierten Regisseurin. Herzlichen Glückwunsch!“

Jury: Marion Czarny (Leiterin des Fipadoc Campus), Mette Hoffmann Meyer (Geschäftsführerin und Gründerin der THE WHY Foundation) und Hanns-Georg Rodek (Chef-Filmkorrespondent „Die Welt“ und freier Autor)

Gestiftet vom FilmFernsehFonds Bayern, dotiert mit 5.000 Euro, reihenübergreifend vergeben für bayerische Nachwuchsregisseur*innen.

megaherz Student Award

HAUSNUMMER NULL
Regie: Lilith Kugler

Chris ist am Boden. Wortwörtlich. Das Leben auf der Straße zehrt ihn aus, jeder Tag ist ein Kampf um das Geld für Drogen und mit seiner Vergangenheit, die ihm Knüppel zwischen die Beine wirft. Ein unglaublich intensives und intimes Porträt, das unter die Haut geht, über einen jungen Mann, der irgendwie immer weitermacht. Denn da gibt es die Nachbarschaft, die ihn umsorgt – und seinen Kumpel Alex. Jan Sebening

Jurybegründung: „Wir, die Jury des Student Award, haben uns für einen Film entschieden, der uns von der ersten Einstellung an berührt, über 95 Minuten im Dunkel des Kinos in seinen Bann gezogen und seitdem nicht mehr losgelassen hat . HAUSNUMMER NULL ist ein mutiger Film, der sich nah und mit klarem Blick auf seinen Protagonisten konzentriert, aber auch die wichtigen Nebenfiguren mit liebevollem Blick in der harschen Realität begleitet. Es ist ein wichtiger Film, weil er sich auf diese harte Realität, auf die andere nur flüchtig sehen, wirklich einlässt. Und es ist auch ein schöner Film, weil die Kamera immer wieder Bilder und Perspektiven findet, die faszinieren und unseren Blick sanft lenken. Als Filmemacher*in zu arbeiten heißt auch, immer wieder eine Methode zu entwickeln, um dem Thema, den Protagonist*innen gerecht zu werden. Integer bleiben, dorthin zu gehen, wo andere wegschauen, Vertrauen in das eigene Projekt haben und dieses niemals verlieren: All das hat die Regisseurin geschafft. Wir gratulieren Lilith Kugler zum Gewinn des Student Award 2024 für ihren Film HAUSNUMMER NULL.“

Jury: Samuel Albert (Filmakademie Baden-Württemberg), Nina Fritz (Zürcher Hochschule der Künste), Verena Wagner (Hochschule für Fernsehen und Film München)

Gestiftet von der Filmproduktionsgesellschaft megaherz, dotiert mit 3.000 Euro, für den Gewinnerfilm der Reihe Student Award.

kinokino Publikumspreis, gestiftet von BR und 3sat

JENSEITS VON SCHULD
Regie: Katharina Köster und Katrin Nemec

Die Medien nennen ihren Sohn „Patientenmörder“, er beging unzählige Taten und bekam lebenslang: Für seine Eltern Ulla und Didi Högel geht das Leben weiter, aber nichts ist mehr, wie es früher war. Sie müssen die bittere Wahrheit akzeptieren, herausfinden, wie sie den Alltag bewältigen und sich im Umgang mit ihrem Kind neu positionieren. Ein beeindruckender, genau beobachteter Film über Elternschaft und Liebe. Ysabel Fantou

Der Preis ist mit 2.000 Euro dotiert. Namensgeber und Medienpartner des Publikumspreises ist kinokino – Das Filmmagazin im Bayerischen Rundfunk | 3sat.

Deutscher Dokumentarfilm-Musikpreis

MY STOLEN PLANET
Komposition: Atena Eshtiaghi
Regie und Autor: Farahnaz Sharifi

Bereits am 08. März 1979, kurz nach der Islamischen Revolution, protestierten iranische Frauen gegen den Kopftuchzwang. MY STOLEN PLANET erinnert an den seither andauernden Freiheitskampf und die Diskrepanz zwischen privatem und öffentlichem Leben. Archivbilder, Super-8-, VHS- und Handyvideos dokumentieren persönliche Akte des Widerstands und der Lebensfreude, die im Ruf nach „Frau! Leben! Freiheit!“ münden. Silvia Bauer

Aus der Jurybegründung: „Die Filmmusik von Atena Eshtiaghi (*1989 in Iran) wirkt vor allem durch das, was sie nicht macht. Sie vermeidet Konventionen illustrativer Filmmusik und nutzt vielmehr Stille als Stilmittel für diesen gleichermaßen radikalen wie persönlichen Film von Farahnaz Sharifi. Das private Videoarchiv der Regisseurin aus alten Super-8-Aufnahmen, montiert mit Bildmaterial aktueller Demonstrationen, gewinnt vor dem Hintergrund des umfassenden Bildverbots in Iran hohe politische Brisanz. Atena Eshtiaghi gibt diesen Botschaften unzensierten Lebens starken Ausdruck, indem sie die Bilder nicht pathetisch überhöht, sondern mit minimalistischen Patterns begleitet. Das schafft Distanzierung und zugleich entstehen Zeiträume, in die sich eine große Trauer einschreibt. Eshtiaghis Musik kleidet den Film nicht in einen gefälligen Rhythmus, vielmehr betont sie die Heterogenität und schafft durch ihre präzise Faktur einen Resonanzraum für das, wovon der Film erzählt: Isolation, Widerstand, Hoffnung.“ 

Jury: Nina Goslar (Filmredaktion bei ZDF/ARTE), David Langhard (Musiker, Komponist und Produzent; Preisträger 2023), Grete Liffers (Produzentin, Autorin und Regisseurin), Thomas Meinecke (Schriftsteller, Musiker und DJ) und Armando Merino (Dirigent)

Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert. Ausgezeichnet wird der*die Komponist*in. Der Deutsche Dokumentarfilm-Musikpreis wird von der Versicherungskammer Kulturstiftung gestiftet.

DOK.edit Award presented by Adobe

KIX
Editing: Yaël Bitton und Károly Szalai
Regie: Bálint Révész und Dávid Mikulán

„It might look like we’re just playing. But this is no game, it is dead serious.“ Wie viel Wahrheit in dieser Aussage von Sanyi steckt ahnt niemand, als Dávid Mikulán beginnt, den Jungen für die nächsten 10 Jahre zu begleiten. Mit seinen Freunden entflieht er in den Straßen Budapests der engen Wohnung, in der sich die ganze Familie ein Schlafzimmer teilt und die kaum Platz zum Atmen lässt. Katharina Dolles

Aus der Jurybegründung: „KIX folgt in seiner expressiven Montage mit großer Empathie und hoher Geschwindigkeit der überbordenden Energie seines jugendlichen Protagonisten und schafft es gleichzeitig, ohne Elends-Voyeurismus und dafür mit engagiertem Sensorium zu erzählen, was coming-of-age im Schatten von Victor Orbáns autoritärem Ungarn bedeutet. Die desolate Lebenswelt von Sanyi und seiner Familie spiegelt sich im Schnitt direkt wider, wodurch die unterschiedlichen Aggregatszustände von Sanyis Leben physisch erfahrbar werden: mal atemlos, chaotisch, wild, dann langsam, verloren und depressiv. In ruhigen Momenten der Melancholie und Einsamkeit blitzt zwischen den Bildern eine Utopie auf: Sanyis Schicksal hätte auch anders verlaufen können. Den beiden Editor*innen gelingt es mit ihrer radikal elliptischen Erzählweise kunstvoll, die Zuschauer*innen gleichsam in das Leben von Sanyi und seiner Familie hinein zu befördern.“

Jury: Anja Pohl (Filmeditorin), Michael Palm (Editor, Filmemacher und Sound Designer) und Marc Haenecke (Editor, Drehbuchautor und Regisseur)

Der Preis wurde in Kooperation mit Adobe entwickelt, die auch Preisstifter der mit 5.000 Euro dotierten Auszeichnung sind. Mit dem Preis soll die Postproduktion von Dokumentarfilmen beleuchtet und die Arbeit der Editor*innen gewürdigt werden. Nominiert sind Filme mit herausragender Montageleistung. Der Preis wird reihenübergreifend verliehen.

VFF Dokumentarfilm-Produktionspreis

LAND DER VERLORENEN KINDER
Produzent: Oliver Stoltz

Regie: Juan Camilo Cruz und Marc Wiese

Misswirtschaft und Korruption lassen Venezuela im Chaos versinken. Besonders Kinder leiden unter der Not. Der Film zeigt ihre harte Realität: Gewalt, Drogen, Mord und Hunger. In Maracaibo kämpfen zwei Frauen gegen das Elend. Carolinas Kinderheim ist eine Oase inmitten von Gewalt. Kiara ergreift mit ihren Kindern die Flucht Richtung Kolumbien. Ein Film über ein Land, das eine ganze Generation zu verlieren droht. Pablo Bücheler

Aus der Jurybegründung: „Es ist beeindruckend, unter welch widrigen Bedingungen Oliver Stoltz und sein Team diesen Film realisiert haben: Ohne den Schutz einer Jugend-Gang wären die Dreharbeiten vor Ort zu gefährlich gewesen, professionelles Kamera-Equipment musste über die Grenze eingeschmuggelt werden. In einem Land, in dem ausländische Kamerateams auf Schritt und Tritt überwacht werden, kann so ein Projekt nur unter Wahrung höchster Konspiration gelingen. Zu diesem Zweck setzte der Produzent eine lokale Crew ein. Oliver Stoltz hat bewiesen, Nerven wie Drahtseile zu haben, und verdient für den erfolgreichen Abschluss dieses Films öffentliche Anerkennung: in diesem Fall den VFF Dokumentarfilm-Produktionspreis 2024.“

Jury: Judith Erber (Leiterin der Förderabteilung und Referentin beim FFF Bayern), Thomas Frickel (Autor, Regisseur und Produzent) und Vorjahresgewinner Hauke Wendler (Autor, Regisseur und Produzent)

Gestiftet wird der Preis von der VFF Verwertungsgesellschaft der Film und Fernsehproduzenten mbH, er ist mit 7.500 Euro dotiert und einmalig in Deutschland. 2024 wird der Preis beim DOK.fest München zum siebten Mal verliehen.

DOK.fest Preis der SOS-Kinderdörfer weltweit

A NEW KIND OF WILDERNESS
Regisseurin: Silje Evensmo Jacobsen

Die norwegische Fotografin Maria Gros Vatne und ihr Mann Nik beschließen, mit ihren vier Kindern ein Leben in Naturverbundenheit zu führen. Die Familie will frei und unabhängig sein, lebt selbstversorgend, die Kinder werden zu Hause unterrichtet. Der Idylle wird jedoch ein jähes Ende gesetzt: Nach dem tragischen Tod von Maria muss die Familie ihren Lebenstraum neu denken und den Weg zurück in die moderne Gesellschaft finden. Barbara Off

Aus der Jurybegründung: „Mit einer hervorragenden Dramaturgie führt uns Silje Evensmo Jacobsen durch den Film. Ein Spiel aus Licht und Schatten und eine große filmische Ästhetik nehmen uns Zuschauer*innen mit auf dieses Abenteuer. So zeigt A NEW KIND OF WILDERNESS einen Lebensentwurf, der Fragen zu unser aller Umgang mit der Natur aufwirft und damit gesellschaftspolitische Fragen auf subtile Art und Weise stellt. Wie leben wir auf dieser Welt, was machen wir mit unserer Natur und wie lernen unsere Kinder einen Bezug zur Umwelt und Natur kennen? Auf berührende Weise, die uns Zuschauer*innen tief in die Geschichte eintauchen lässt, ruft Silje Evensmo Jacobsen tiefe Emotionen wach und ruft zum Nachdenken über unseren Planeten auf.“

Jury: Prof. Michaela Braun (Mitglied des Fördervereins der SOS-Kinderdörfer weltweit), Dr. Ulrich Brochhagen (Geschäftsführer ARD-Koordination Dokumentation), Prof. Nadia Kailouli (Journalistin und Professorin für Fernsehjournalismus), Christine Kehrer (Leiterin TV/Video SOS-Kinderdörfer weltweit), Michaela May (Schauspielerin), Prof. Dr. jur. Heribert Prantl (Journalist, Publizist, Buchautor und politischer Kommentator für Zeitungen, Rundfunk und Fernsehen) und Heike Schnaar (ZDF)

Der DOK.fest Preis der SOS-Kinderdörfer weltweit wird gestiftet von B.O.A Videofilmkunst und ist mit 3.000 Euro dotiert. Er würdigt reihenübergreifend Filme, die in besonderer Weise die Perspektiven von Kindern und Jugendlichen sichtbar und erfahrbar machen. Der Preis wird beim DOK.fest München 2024 zum elften Mal verliehen.

Wir bedanken uns bei unseren Preisstiftern, Partnern und Förderern:

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